Bläsertreffen in Neuses
100. Jahre Musikverein Flößerkapelle Neuses
Neuses/Kronach- Was für Bilder, was für ein Klang - Am Sonntagnachmittag verwandelten die Musikvereine Johannisthal, Birnbaum und Friesen, die Blaskapelle „Edelweiß Tschirn“, die Musikkapelle Nordhalben sowie das Jugendorchester Kronach den Flößerort Neuses mit ihren Standkonzerten in einen klingenden Ort, bevor diese in einem Sternmarsch zur Pfarrkirche zogen. Ein schöneres Geschenk zum 100. Geburtstag hätte sich die Flößerkapelle Neuses wahrlich nicht wünschen können.
„In Neuses ist heute wirklich was los“, strahlte der 1. Vorsitzende des Jubelvereins, Markus Hummel, als er - mit weiteren Verantwortlichen beziehungsweise Ehrengästen - vom etwas erhöhten Ehrenmal in die erwartungsvollen Gesichter zahlreicher Musikerkolleginnen und Musikerkollegen der Gast-Kapellen sowie der großen Besucherschar blickte.
„Es ist ein bewegender Anblick, euch alle heute hier am Kirchplatz in Neuses versammelt zu sehen. Dies ist eine Demonstration für die Blasmusik und Beweis unserer Kameradschaft unter den Kapellen“, zeigte sich auch der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbunds (NBMB), Alexander Klug, tief beeindruckt, als er im Namen der fast 1600 Musikerinnen und Musikern des Landkreises zum großen Jubiläum gratulierte. Die Blasmusik sei und bleibe der kulturelle Anker der Dorfgemeinschaft. Daher freue es ihn sehr, dass die Flößerkapelle Neuses mit allen Mitgliedern und ihrer engagierten Vorstandschaft dieses Kulturgut aufrechterhalte und über die Jahrzehnte getragen habe. Sehr passend sei es, das 100-jährige Bestehen im Rahmen der Kirchweih zu feiern; denn - stellte er in den Raum - was wäre eine Kirchweih ohne Blasmusik, was wäre ein Ort ohne Blasmusik? Einfach nur sehr still und öde. „Wollen wir alles daran setzen, unsere Blasmusik aktiv zu bewahren“, appellierte er - verbunden mit der Aufforderung an die politischen Verantwortlichen, die Musikvereine des Landkreises wirksam und unnachgiebig zu unterstützen und zu fördern.
„Ihr macht heute aus dem Flößerdorf Neuses auch ein klingendes Flößerdorf“, würdigte Kronachs 1. Bürgermeisterin Angela Hofmann. Neben der Flößerkapelle Neuses galt ihr Dank an dem Tag auch dem „Verein für Kulturpflege“ Neuses für die Ausrichtung der Kirchweih. Dass diese in jeglicher Beziehung durch und durch ein Kulturgut sei, sehe man in diesem Jahr vor allem auch an den Jubiläums-Feierlichkeiten. Ihr seid Ehrenamt pur; ihr seid unsere Botschafter“, zeigte sich Landrat Klaus Löffler stolz auf die 47 Musikkapellen unseres Landkreises. Musik sei nicht nur Leidenschaft, sondern sie verbinde Generationen und lasse Freundschaften entstehen. Was die Dorfgemeinschaft Neuses in den letzten Tagen auf die Beine gestellt habe, sei einfach herausragend.
Die Glückwünsche des Präsidiums des Nordbayerischen Musikbunds überbrachte der Vizepräsident sowie Bezirksvorsitzende Thomas Kolb. Diesem war es ein Herzensanliegen, einem Menschen zu danken, der besonders viel für die Blasmusik in Neuses sowie im gesamten Landkreis getan habe: sein Freund Jürgen Seubold.
Unter Leitung von Lukas Münzel, Mitglied im Kreisvorstand, ließ der Gemeinschafts-Chor den „Böhmischen Traum“ erklingen, während der Dirigent der Flößerkapelle Neuses, Kilian Piontek, „Wir Musikanten“ dirigierte. Auch ein Geburtstags-Ständerla für den Kreisvorsitzenden Alexander Klug durfte nicht fehlen. Seinen Abschluss fand der offizielle Teil mit der gemeinsamen Bayernhymne und dem Deutschlandlied. Nach guter Tradition unterstrichen die Gast-Kapellen die Glückwünsche, indem sie - als Zeichen ihrer Wertschätzung und Verbundenheit - ihre Instrumente in die Höhe reckten. Dem Gemeinschafts-Chor folgte ein Festzug zum Flößerplatz zu den - von allen Kapellen gemeinsam angestimmten - Klängen des Frankenlieds.
Nachdem der Musikverein Hesselbach für beste Unterhaltung am Nachmittag sorgte, ließ die Gruppe „Zammgewöffelt“ den Sonntagabend gemütlich ausklingen. Zum schönen Jubiläum erhellte zu späterer Stunde ein Feuerwerk den Neuseser Nachthimmel.
Am Ende eines sonnenverwöhnten Festtags können die Verantwortlichen das große Jubiläum als wunderbar gelungenes Ereignis in der Vereinschronik niederschreiben. Seinen Beginn hatte der Festtag mit einer Kirchenparade, dem Kerwa-Festgottesdienst sowie einem anschließenden Totengedenken für die verstorbenen Mitglieder der Flößerkapelle gefunden. Der Weißwurst-Frühschoppen wurde von den St.-Georgs-Bläsern aus Friesen umrahmt. hs

