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Fehlender Nachwuchs und geringe Vereinsbindung stellen Musikvereine vor Herausforderungen

Der Nordbayerische Musikbund und die Nordbayerische Bläserjugend haben mit einer Blitzumfrage all ihre Mitgliedsvereine zu den aktuellen Herausforderungen bei der Vereinsarbeit befragt, um ihnen so zielgerichtete Hilfestellungen anbieten zu können.

Quelle: Geschäftsstelle, 15.07.2022
Drei Kinder sitzen nebeneinander und musizieren auf Blasinstrumenten.
Gerade der fehlende Musik-Nachwuchs macht den Musikvereinen zu schaffen.

Die bisherigen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auch an den nordbayerischen Musikvereinen nicht spurlos vorbeigegangen. Im Gegenteil: Die eingeschränkte Probenarbeit und Musikausbildung hat die Schwierigkeiten, die teilweise schon vor der Pandemie sichtbar waren, noch verstärkt. Um diese Herausforderungen zu schmälern und den Vereinen bestmöglich helfen zu können, hat der NBMB unter seinen 900 Mitgliedsvereinen eine Blitzumfrage durchgeführt. An der Umfrage haben 400 Vereinsverantwortliche teilgenommen und Herausforderungen abgeschätzt, mögliche Gründe für diese genannt und Unterstützungswünsche an den NBMB und die NBBJ geäußert.

Gesunkene Wichtigkeit des Musikvereins aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen

Neben der geringeren Verlässlichkeit der Musiker:innen und fehlender Jugendarbeit, ist in einigen Vereinen auch ein Mangel an Dirigent:innen und Musiklehrkräften zu spüren. Über fehlende Nachwuchsmusiker:innen klagen fast alle der Befragten.

Die bisherigen Aktionen im Bereich der Nachwuchswerbung zeigen also immer weniger Wirkung. Gründe dafür können laut Einschätzung der Befragten gesellschaftliche Veränderungen sein: Das Ehrenamt und Vereinsleben haben in unserer Gesellschaft und in den Familien einen weniger hohen Stellenwert hat als noch vor einigen Jahren. Dazu kommt die teilweise kostspielige Anschaffung eines Instrumentes und Ausbildung. Als häufigster Grund für den fehlenden Nachwuchs werden die vielen konkurrierenden Freizeitangebote (z.B. Sportverein, digitale Möglichkeiten) genannt; gefolgt von der geringen Bereitschaft, sich auf längere Zeit an einen Verein bzw. ein Instrument binden zu möchten. Sowohl die fehlende Motivation oder das fehlende Interesse an der Blasmusik als auch die coronabedingt eingeschränkte Nachwuchswerbung spielen außerdem eine Rolle. Der große Leistungsdruck in der Schule, dem Kinder und Jugendliche immer mehr ausgesetzt sind, führt zu weniger Freizeit, die zum Musizieren genutzt werden kann. Das Durchhaltevermögen, das bei der Instrumentalausbildung unabdingbar ist, und geburtenschwache Jahrgänge tragen ebenso ihren Teil zu den Nachwuchsproblemen bei.

Neben den beschriebenen Herausforderungen kämpfen viele Vereine mit Besetzungsproblemen und einer geringen Probenbeteiligung. Auch finanzielle Engpässe, fehlende Dirigent:innen und Ausbilder:innen sowie eine sinkende Motivation der Mitglieder bzw. der Eltern der Jungmusiker:innen wurden als Herausforderungen genannt.

Vereinsübergreifende Aktionen sollen Abhilfe schaffen

In der letzten Frage der Blitzumfrage waren die Teilnehmenden dazu angehalten, ihre Wünsche an den NBMB und die NBBJ zu richten, und zu beschreiben, wie der Verband den Vereinen in der aktuellen Situation unter die Arme greifen kann. Am häufigsten wurde hier genannt, großangelegte Imagewerbung für die Blasmusik zu betreiben, um so die Blasmusik in der Gesellschaft wieder präsenter zu machen. Außerdem würde vielen Vereinen ein Ideenpool zur Nachwuchswerbung helfen. Hier könnten sich die Verantwortlichen bedienen und die Ideen in ihren Vereinen umsetzen. Auch vereinsübergreifende Nachwuchswerbeaktionen oder regionale Gemeinschaftsprojekte für Nachwuchsmusiker:innen (z.B. auf Kreisebene) wurden gewünscht. Des Weiteren könne die finanzielle Unterstützung im Verband besser auf alle Vereine verteilt werden, mehr niederschwellige Workshops angeboten oder beispielsweise über ein Online-Portal beim Suchen und Finden von Ausbilder:innen, Dirigent:innen oder (Aushilfs)Musiker:innen geholfen werden. Auch die Lobbyarbeit für die Blasmusik gegenüber der Politik und das Bereitstellen von Werbematerial für das Musizieren im Musikverein wurden genannt.

Die Verantwortlichen im Nordbayerischen Musikbund und der Nordbayerischen Bläserjugend bedanken sich herzlich bei allen Teilnehmenden an der Blitzumfrage und werden im Frühherbst 2022 gemeinsam die Ergebnisse sowie mögliche Hilfestellungen besprechen und in die Tat umsetzen, um die NBMB-Mitgliedsvereine in dieser schwierigen Zeit bestmöglich zu unterstützen. Einige Unterstützungsmaßnahmen befinden sich schon in der Umsetzung und werden sobald wie möglich fertiggestellt.

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