Tischharfe im Musikverein

Ein Angebot mit großer Wirkung

Musik verbindet Menschen – unabhängig von Alter, Vorerfahrung oder individuellen Voraussetzungen. Genau hier setzt die Tischharfe an. Sie ermöglicht einen niederschwelligen Zugang zum gemeinsamen Musizieren und eröffnet Musikvereinen neue Möglichkeiten, Menschen für das Vereinsleben zu begeistern. Ob als Angebot für Seniorinnen und Senioren, als inklusives Musikprojekt oder als generationenübergreifende Gruppe: Eine Tischharfengruppe kann das musikalische und gesellschaftliche Angebot eines Vereins sinnvoll ergänzen und neue Zielgruppen ansprechen.

Was ist eine Tischharfe?

Die Tischharfe ist ein Saiteninstrument, das ohne Notenkenntnisse gespielt werden kann. Gespielt wird mit sogenannten Unterlegnoten: Das Notenblatt wird unter die Saiten geschoben und die markierten Saiten werden gezupft. Bereits nach kurzer Zeit können einfache Melodien gemeinsam musiziert werden. Dadurch eignet sich die Tischharfe besonders für:

  • Menschen ohne musikalische Vorkenntnisse
  • Seniorinnen und Senioren
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Demenz
  • alle, die Freude am gemeinsamen Musizieren haben

Die Tischharfe schafft Erfolgserlebnisse von Anfang an und ermöglicht vielen Menschen einen Zugang zur Musik, der mit anderen Instrumenten oft schwieriger wäre. Auf Blasmusik4u gibt es Informationen zur Tischharfe sowie einen Blogbeitrag in Leichter Sprache. 

Auf einem Tisch liegt eine Tischharfe mit einem Notenblatt unter den Seiten. Ein Mensch spielt darauf.

Warum lohnt sich eine Tischharfengruppe für Musikvereine?

Musikvereine sind Orte der Begegnung, des Austauschs und der Gemeinschaft. Mit einer Tischharfengruppe können sie ihr Angebot erweitern und gleichzeitig gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Eine Tischharfengruppe kann dazu beitragen,

  • neue Mitglieder und Unterstützerinnen und Unterstützer zu gewinnen,
  • insbesondere Menschen ab 60 Jahren anzusprechen,
  • Inklusion und Teilhabe aktiv zu fördern,
  • das Vereinsleben zu bereichern,
  • neue Kooperationen vor Ort aufzubauen,
  • den Verein als offenen und zukunftsorientierten Akteur in der Gemeinde sichtbar zu machen.

Viele Vereine berichten, dass Tischharfengruppen nicht nur musikalische Angebote schaffen, sondern auch soziale Begegnungsräume entstehen lassen.


 

So gründen Sie eine Tischharfengruppe

Der Einstieg ist häufig einfacher als gedacht.

1. Interesse wecken

Stellen Sie die Tischharfe bei einer Vereinsveranstaltung vor oder organisieren Sie einen Schnuppernachmittag. Oft lohnt sich auch die Zusammenarbeit mit örtlichen Einrichtungen und Organisationen.

Mögliche Kooperationspartner sind:

  • Seniorenzentren und Tagespflegen
  • Einrichtungen der Behindertenhilfe
  • Kirchengemeinden
  • Nachbarschaftshilfen
  • Mehrgenerationenhäuser
  • Kommunen und Seniorenbeauftragte

2. Eine Leitungsperson finden

Für die Leitung einer Tischharfengruppe ist nicht zwingend ein Musikstudium erforderlich. Wichtig sind Freude am gemeinsamen Musizieren, Geduld und die Bereitschaft, eine Gruppe anzuleiten.

Mögliche Leitungspersonen können sein:

  • Musikerinnen und Musiker aus dem Verein
  • Musikpädagoginnen und Musikpädagogen
  • engagierte Ehrenamtliche
  • Personen mit Erfahrung im Senioren- oder Inklusionsbereich

3. Instrumente beschaffen

Die Anschaffungskosten variieren je nach Hersteller und Modell. In der Regel sollte mit Kosten ab etwa 500 - 1.500 Euro pro Instrument gerechnet werden. Manche Anbieter bieten Leihinstrumente oder Mietmodelle an. Gerade für die Gründungsphase kann dies eine gute Möglichkeit sein, erste Erfahrungen zu sammeln.

4. Räumlichkeiten und Termine planen

Bewährt haben sich regelmäßige Treffen im Wochen- oder Zwei-Wochen-Rhythmus.

Wichtig sind:

  • ein gut erreichbarer und möglichst barrierefreier Raum,
  • ausreichend Platz für Instrumente und Teilnehmende mit Tischen oder Harfenständern,
  • eine angenehme und ruhige Probenatmosphäre.

5. Geeignetes Notenmaterial auswählen

Für die Tischharfe steht eine große Auswahl an Unterlegnoten zur Verfügung – von Volksliedern über geistliche Musik bis hin zu bekannten Melodien und modernen Arrangements. Bereits mit einfachen Stücken können gemeinsame musikalische Erfolgserlebnisse geschaffen werden.

6. Das Angebot bekannt machen

Eine neue Tischharfengruppe lebt von einer guten Öffentlichkeitsarbeit. Nutzen Sie dafür:

  • die Vereinskanäle,
  • Gemeindeblätter,
  • lokale Presse,
  • soziale Medien,
  • Veranstaltungen und Vereinsfeste.

Zur Unterstützung stellt der Nordbayerische Musikbund weiter unten auf dieser Seite Bilder zur kostenfreien Nutzung bereit. Darüber hinaus werden in Kürze Vorlagen für Flyer und Plakate zur Bewerbung neuer Angebote zur Verfügung gestellt. Der Flyer „Tischharfe im Musikverein“ kann kostenlos heruntergeladen oder formlos per E-Mail bestellt werden.


Finanzierungsmöglichkeiten

Viele Vereine finanzieren die Anschaffung der Instrumente über Spenden, Sponsoring oder Förderungen vor Ort. Da die Fördermöglichkeiten regional sehr unterschiedlich sind, empfiehlt sich eine individuelle Beratung.

Unterstützung durch den Nordbayerischen Musikbund

Der Nordbayerische Musikbund unterstützt Vereine, die sich für die Gründung einer Tischharfengruppe interessieren. Die Koordinierungsstelle für Inklusion und Seniorenarbeit berät bei Fragen rund um die Planung, Organisation und Umsetzung eines Angebots. Fortbildungen und Workshops finden Sie im Kurs-Finder. Auf der Inklusionslandkarte können Sie bestehende inklusive Musikangebote und Tischharfengruppen entdecken, Kontakte knüpfen und sich mit anderen Vereinen austauschen.

Fünf Menschen in orangenen T-Shirts sitzen an einem Tisch und spielen gemeinsam auf Tischharfen.

Mitgliedschaft im Nordbayerischen Musikbund – ein Gewinn für alle

Nicht nur Musikvereine, sondern auch bestehende Tischharfengruppen und Tischharfenensembles können Teil des Nordbayerischen Musikbundes werden. Ob Sie bereits gemeinsam musizieren oder sich aktuell mit dem Gedanken beschäftigen, eine neue Gruppe aufzubauen – wir unterstützen Sie gerne auf Ihrem Weg. Mitglieder profitieren unter anderem von:

  • Beratung und Unterstützung bei organisatorischen und fachlichen Fragen
  • Öffentlichkeitsarbeit und Sichtbarkeit innerhalb des Verbandsnetzwerks
  • Austausch mit anderen Vereinen und Tischharfengruppen
  • Vergünstigter Teilnahme an Fortbildungen und Workshops
  • Nutzung des GEMA-Rahmenvertrags
  • Versicherungsschutz (optional)
  • Instrumentenversicherung (optional)

Sie möchten mehr über die Gründung einer Tischharfengruppe erfahren oder sich über die Möglichkeiten einer Mitgliedschaft informieren? Die Koordinierungsstelle für Inklusion und Seniorenarbeit unterstützt Sie gerne. Hier finden Sie die Kontaktdaten.

Gemeinsam Musik erleben

Eine Tischharfengruppe ist weit mehr als ein zusätzliches Vereinsangebot. Sie schafft Begegnungen, ermöglicht Teilhabe und eröffnet Menschen einen Zugang zur Musik, die sonst vielleicht nie den Weg in einen Musikverein gefunden hätten.

Bilder zur kostenfreien Nutzung