Musikalischer Abenteuerurlaub bei der D3 Goldwoche in Hammelburg

Quelle: Anna-Maria Pfaff

Anna-Maria Pfaff, Oboistin im Symphonischen Blasorchester Volkach, hat sich selbst zum Ziel gesetzt, noch vor ihrem 40. Geburtstag die D3-Prüfung zu absolvieren – und das mit Erfolg. In diesem Rückblick erzählt sie von der Goldwoche, die sie mit vielen anderen Musikerinnen und Musikern in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg verbrachte.

Warum habe ich mich da nochmal angemeldet?

"Warum habe ich mich da nochmal angemeldet?" – das ist wahrscheinlich der Gedanke, der mir am häufigsten durch den Kopf ging, bevor die Goldwoche anbrach – und ehrlich gesagt, auch während der Goldwoche. Aber manchmal hat man so fixe Ideen und meine war es, dass ich doch eigentlich noch das Goldabzeichen machen könnte, bevor ich 40 werde. Die Zeit verging und mit 39 Jahren und elf Monaten zu Beginn der Goldwoche 2026 war es wirklich höchste Zeit...

Man schiebt also die langjährigen Zweifel beiseite und meldet sich ziemlich kurz vor Anmeldeschluss noch an. Dann denkt man darüber nach, dass die meisten anderen Teilnehmenden wahrscheinlich noch nicht einmal geboren waren, als man selbst das D2-Abzeichen gemacht hat. Man erinnert sich daran, dass das letzte Vorspiel irgendwann in grauer Vorzeit stattgefunden haben muss – so kurz nach der letzten Eiszeit – und dass die letzte schriftliche und mündliche Prüfung auch schon ein paar Jährchen her ist.

"Ach herrje, das wird peinlich" (und "Warum habe ich mich da nochmal angemeldet?"), denkt man dann und tröstet sich mit dem Gedanken, dass man ja noch kostenlos stornieren kann. Doch während man sich mit anderen wegen Fahrgemeinschaften zum Zulassungsvorspiel austauscht, hört man plötzlich von Mitspielern, die höchstens halb so alt sind wie man selbst, oder von Gleichaltrigen, deren Kinder zur Goldwoche gehen: "Ist doch cool, dass du dich angemeldet hast" – und zack ist die Stornierungsfrist abgelaufen.

Beim Zulassungsvorspiel hat man gerade noch Zeit sich zu fragen, ob es hier tatsächlich so heiß ist oder es einem nur so vorkommt, als es schon ans Tonleitervorspiel und den Stückvortrag geht. Tja, und wer es nicht gewagt hat, vor der Zulassung zur Goldwoche seinen Urlaubsantrag einzureichen, der muss es jetzt schleunigst tun. Arbeitnehmerfreundlich braucht man übrigens nur zwei Tage, weil die Gold-"Woche" von Samstag bis Dienstag dauert. Ideal übrigens auch, um Aufklärungsarbeit für die Blasmusik bei Kollegen zu leisten, die neugierig fragen, was man denn vorhabe. Die kurze Antwort: Theorie und Gehörbildung, bis der Kopf raucht, Instrumentalunterricht und Korrepetition – und sich immer wieder fragen "Warum habe ich mich da nochmal angemeldet?"

Intensive Prüfungsvorbereitung mit Urlaubsfeeling

Trotzdem hatte es auch etwas von Urlaub: Alles steht bereit, ist hervorragend organisiert. Morgens, mittags, abends und zum Kaffee wartet das Essen schon und es werden Yoga-Einheiten angeboten. Nur mit dem Handtuch eine Liege am Pool zu reservieren, schied aus – aber dafür hätten wir auch schlichtweg keine Zeit gehabt. Stattdessen trifft man sich am Wasserspender, leidet zusammen und lacht zusammen.

Großer Dank gebührt den Dozentinnen und Dozenten sowie dem Lehrgangsleiter Manuel Scheuring, die alles darangesetzt haben, die Prüflinge in Theorie und Praxis sehr gut auf die Prüfung vorzubereiten. Bei den Prüfungen – mit über 30 Grad schon eine Herausforderung in sich – hat man sich in diese besondere Situation dann schon etwas eingefunden und dank hervorragender Pianisten sogar in die Klavierbegleitung, selbst wenn man vorher noch nie zusammen mit Klavier gespielt hat. Und während man ansonsten nur auf den Gängen hier und da verschiedene Instrumente beim Üben hören konnte, bot die Urkundenverleihung die Gelegenheit, ausgewählten Musikerinnen und Musikern sowie Ensembles zu lauschen. Es war wunderschön zu hören, welch großes Talent alle mitbringen.

Denen, die mit dem Gedanken spielen, sich zur Goldwoche anzumelden, sollten sich anders als ich lieber fragen: „Warum sollte ich mich nicht anmelden?“ Ich kann nur empfehlen, den Schritt zu wagen, selbst wenn man nicht das typische "Gold-Alter" hat. Die Prüfungsordnung sieht schließlich nur ein Mindest-, aber kein Höchstalter vor!

In einem Raum sitzen einige Menschen an Tischen und hören jemandem zu, der vor einer Tafel steht.
Einen wichtigen Teil der Goldwoche nimmt auch die musiktheoretische Vorbereitung ein.
Ein junger und ein älterer Mann stehen in einem Raum vor einem Notenständer und halten jeweils eine Trompete in der Hand. Der ältere Mann erklärt dem jüngeren etwas.
Im Einzelunterricht bereiten sich die Teilnehmenden intensiv auf ihre Praxisprüfung vor.

68 neue D3-Abzeihen im NBMB

68 Teilnehmenden aus vier Regierungsbezirken, 18 Landkreisen und 51 Mitgliedsvereinen konnte die höchste Auszeichnung im Laienmusizieren überreicht werden. Der NBMB gratuliert allen Teilnehmenden sehr herzlich zu dieser tollen Leistung. Besonders zu erwähnen sind die beiden Flötistinnen Johanna Trebin (Musikverein Gundelsheim) und Agathe Kestler (Förderverein Volkacher Blasorchester), die die Goldwoche als Lehrgangsbeste abgeschlossen haben. Was für beeindruckende Leistungen!

Die D3-Absolventen kamen aus folgenden Regionen des NBMB:

Bezirk Mittelfranken:

Kreis Ansbach: Fabian Pauly (Posaune, Stadt- und Jugendblasorchester Ansbach)

Kreis Erlangen-Fürth: Laura Linn (Querflöte, Musikzug TSV 1895 Burgfarrnbach), Leana Rother (Saxofon, Stadtjugendkapelle Zirndorf)

Bezirk Oberfranken

Kreis Bamberg: Sarah Huber (Oboe, Jugendblasorchester Pödeldorf), Eva Meister (Klarinette, Jugendblasorchester Pödeldorf), Johann Amthor (Saxofon, MV Priesendorf), Nils Krapp (Waldhorn, MV Priesendorf), Andre Vetter (Tuba, MV Priesendorf), Moritz Alt (Tenorhorn, MV Zeegenbachtal), Fabian Delles (Posaune, MV Zeegenbachtal), Jule Distler (Querflöte, MV Zeegenbachtal), Elena Scheuring (Klarinette, MV Zeegenbachtal), Nico Wagner (Tenorhorn, MV Zeegenbachtal), Lukas Macht (Posaune, MV Stadelhofen), Johanna Trebin (Querflöte, MV Gundelsheim), Leonhard Schilling (Trompete, Musikschule Strullendorf), Jule Schöbinger (Querflöte, Musikschule des Landkreises Bamberg)

Kreis Coburg: Evelyne Andreea Bera (Saxofon, Stadtkapelle Seßlach)

Kreis Forchheim: Marie Dallhammer (Saxofon, MV Forchheim-Buckenhofen), Julius Eckert (Posaune, MV Forchheim-Buckenhofen), Vincent Eckert (Trompete, MV Forchheim-Buckenhofen), Jonas Hubert (Trompete, MV Forchheim-Buckenhofen), Christoph Lieb (Trompete, MV Forchheim-Buckenhofen), Nina Muschaweck (Klarinette, MV Heroldsbach), Jakob Sperber (Schlagzeug, MV Bläsergruppe Pautzfeld)

Kreis Kronach: Jonas Wachter (Trompete, MV Friesen), Johanna Schnapp (Waldhorn, Jugendorchester Kronach), Marie-Kristin Kotschenreuther (Posaune, MV Neufang), Lilly Gampert (Saxofon, Förderverein für die Küpser Orchester), Raphael Pohl (Schlagzeug, Förderverein für die Küpser Orchester)

Kreis Kulmbach: Fabian Eichner (Schlagzeug, MV Kasendorf 1902 e.V.), Marie Steinlein (Klarinette, Städt. Jugendkapelle Kulmbach)

Bezirk Oberpfalz:

Kreis Neumarkt: Fridolin Rickauer (Trompete, Werkvolkkapelle Neumarkt i.d. Opf), Marie Rackl (Querflöte, Symphonisches Blasorchester Berching), Elias Ehbauer (Euphonium, Symphonisches Blasorchester Beilngries), Julian Zerhoch (Saxofon, Symphonisches Blasorchester Beilngries)

Kreis Neustadt a.d. Waldnaab:  Julia Herold (Klarinette, Jugendkapelle Roggenstein)

Kreis Regensburg: Lena Bayerl (Tenorhorn, Blaskapelle St. Martin Oberpfraundorf), Michael Silberhorn (Trompete, Stadtkapelle Hemau), Katharina Pemp (Tenorhorn, Blaskapelle Bernhardswald)

Kreis Schwandorf: Selina Ehlerding (Querflöte, Jugendblaskapelle Fensterbach), Emma Reger (Klarinette, Jugendblaskapelle Nabburg), Leonhard Porsch (Saxofon, Stadtkapelle Neunburg vorm Wald)

Bezirk Unterfranken:

Kreis Bad Kissingen: Christian Schaupp (Flügelhorn, JugendMV Aura/Saale), Leonard Uebel (Trompete, Fuschter Musikanten), Rosina Schäfer (Klarinette, Stadtkapelle Hammelburg), Philipp Siebel (Klarinette, Jugendmusikkorps Bad Kissingen), Kerstin Brust (Trompete, Städt. Jugendblasorchester Münnerstadt), Louis Schmitt (Trompete, Jugendblasorchester Münnerstadt)

Kreis Haßberge: Alina Feustel (Saxofon, MV Stadtkapelle Zeil a. Main), Carolin Hümpfner (Querflöte, Blaskapelle Hainert)

Kreis Kitzingen: Maria Dilling (Fagott, Förderverein Volkacher Blasorchester), Jonathan Kalb (Trompete, Förderverein Volkacher Blasorchester), Agathe Kestler (Querflöte, Förderverein Volkacher Blasorchester), Anna-Maria Pfaff (Oboe, Förderverein Volkacher Blasorchester)

Kreis Main-Spessart: Laila Schreiber (Cornett, MV Gambach)

Kreis Rhön-Grabfeld: Valentin Schlembach (Schlagzeug, MV Hohenroth), Helena Streit (Querflöte, Stadtkapelle Mellrichstadt), Olivia Kirchner (Saxofon, Stadtkapelle Ostheim v.d. Rhön)

Kreis Schweinfurt: Luzius Pelz (Tenorhorn, MV 1968 Eßleben), Marcel Seufert (Trompete, MV 1968 Eßleben), Marie Mallak (Trompete, MV Werneck), Alexander Pöschel (Trompete, Trachtenkapelle „Die Jungen Sennfelder“), Klara Wolf (Klarinette, MV Traustadt)

Kreis Würzburg: Lina Duppe (Querflöte, Jugendblasorchester Kürnachtal), Elisa Reuß (Klarinette, Opferbaumer Musikanten), Jacob Wolz (Euphonium, Opferbaumer Musikanten), Niklas Weiglein (Saxofon, MV Erbshausen-Sulzwiesen)

Viele Menschen stehen nebeneinander und halten Urkunden vor ihre Brust. Sie lächeln stolz in die Kamera.
68 Teilnehmenden konnte das goldene Abzeichen überreicht werden. Herzlichen Glückwunsch! (Vorne links: Lehrgangsleiter Manuel Scheuring, vorne rechts: Verbandsdirigent Christian Lang)