Wo könnten wir noch einen Stuhl für die Konzertbesucher hinstellen? Diese Frage stellten sich die Gebenbacher Musiker am vergangenen Samstag , den 9. Mai, beim alljährlichen Frühjahrskonzert. Die Schlange an der Kasse schien endlos und die Mehrzweckhalle geriet sprichwörtlich an ihre Grenzen. Aber nicht nur im Zuhörerbereich musste man „schlichten“, auch auf der Bühne wurden die etwa 50 Musiker des Hauptorchesters derart platziert, um den auch begrenzten Bühnenbereich optimal auszunutzen. Auch diese hätte gut und gerne etwas größer sein können, wie Chefdirigent Gerhard Böller am Ende eines wieder einmal überwältigenden Frühjahrskonzerts feststellte.
Unter den zahlreichen Zuhörern konnte Vorsitzender Simon Lösch auch zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Darunter Pfarrer Michael Birner, Pfarrvikar Christian Preitschaft und die neugewählte Bürgermeisterin Susanne Lindner. Sein Gruß galt auch den Ehrenmitgliedern Ruth Stubenvoll, Hedwig Trummer, sowie Michael Lindner. Auch zahlreiche Vertreter des Nordbayerischen Musikbundes, der Gemeinde, der Pfarrgemeinde, der örtlichen Vereine und vor allem auch viele Mitglieder benachbarter und befreundeter Musikvereine befanden sich unter den Gästen.
Nach wie vor ist die Gebenbacher Blasmusik in der komfortablen Situation, neben Chefdirigent Gerhard Böller noch weitere vier Nachwuchsdirigentinnen in ihren Reihen zu haben, was Vorsitzender Lösch auch nochmals stolz hervorhob. Natürlich hatten auch alle fünf ihren Einsatz und Auftritt am Dirigentenpult.
Mit den Stücken „Little Talks“, arr. Von Erwin Jahreis und den bekannten Pop-Klassiker der schwedischen Formation „ABBA“ mit dem Titel „The Winner Takes It All“, arr. Von Paul Murtha, sorgte das Nachwuchsorchester unter der Leitung von Maria und Paula Dotzler für Lust auf mehr bei den Zuhörern. Diese stellten dies auch mit einem tosenden Applaus und der Forderung nach einer Zugabe unter Beweis.
Danach übernahm die stellvertretende Dirigentin Angelika Schöpf das Zepter am Dirigentenpult. Mit dem Stück „La Storia“, eine Art dramatischer Filmmusik von Jacob de Haan, die auch vom Orchester sehr ausdrucksstark intoniert wurde.
Charmant, gewitzt und souverän, so haben sich die beiden Moderatorinnen Katharina und Theresa Schöpf seit vielen Jahren etabliert und bewährt. Auch heuer begleiteten sie die Zuhörer mit Informationen und Anekdoten zu den Titeln durch den Abend, wobei es sich Katharina zur Aufgabe gemacht hatte, mit einigen Musikerwitzen für Aufheiterung und Lacher bei den Anwesenden zu sorgen.
Ihren ersten Konzertauftritt vor dem Hauptorchester hatte danach Carolin Ruppert. Mit dem Musiktitel: „The Greatest Showman“, ein Stück arr. Von Paul Murtha, Das Stück erzählt die teilfiktive Geschichte eines einfachen Mannes, der in einer Vision ein Kuriositätenkabinett gründet, Doch als ihn der Erfolg entfremdet, erkennt er, dass wahre Größe in Gemeinschaft und Wertschätzung liegen. Welch zeitlose Erkenntnis? Auch Carolin meisterte ihre Aufgabe am Dirigentenpult mit der Gemeinschaft der Musiker bravourös. Von Nervosität war keine Spur zu sehen.
Ihr brillantes Können als Solisten und lupenreine Töne am Tenorhorn demonstrierten Marie Friedl und Lukas Weiß in dem Stück „Carrickfergus“, einer irischen Volksweise, benannt nach der gleichnamigen Stadt in der Nähe von Belfast.
Danach ging es in die Pause, um anschließend mit Chefdirigent Gerhard Böller festlich durchzustarten. Die Festmusik der Stadt Wien von Johannn Straß, arr. Von Siegfried Rundel verlieh der zweiten Konzerthälfte gleich zu Beginn einen feierlichen und erhebenden Touch. Ebenso festlich, aber auch getragen begann das Stück: „The River Knows Your Name“ von Jacob de Haan. Das Werk beschreibt die Art und Weise, wie der deutsche Fluss Saar alle Namen der Menschen kennt, welche dort lebten und leben. Angefangen von den Römern, über die Menschen im wunderschönen Saardom, bis hin zu den Menschen des Dillinger Unternehmergeistes.
„Des Riesen Nixe“ von Fritz Neuböck erzählt das Märchen des Riesen Erla, der sich im Traunstein Gebirge in eine wunderschöne Nixe verliebt. Es kam, wie es kommen musste, Nach einer prächtigen Hochzeit, wurde die Nixe immer stiller und trauriger und welkte dahin wie eine Blume. Bald war der Riese wieder allein und begab sich wieder hinauf in sein Felsenreich. Sehr eindrucksvolle monumentale Passagen wechseln sich hier mit lockeren, leichten und unbeschwerten Stellen ab was das Orchester auch dynamisch eindrucksvoll zum Besten gab.
Von Andrew Lloyd Webber stammt das Musical: „Joseph And The Amazing Technocolor Dreamcoat“. Das von Michael Sweeney arrangierte Stück erzählt die alttestamentliche Geschichte um Josef und seine Brüder.
Zum Ende hin wurde das Konzert immer schwungvoller. Das ebenfalls aus der Feder von Andrew Lloyd Webber stammende Musical: „Starlight Express“, arr. Von Jerry Novak erzählt den wunderbaren Traum eines Kindes, in dem die Weltmeisterschaft der internationalen Züge ausgetragen wird. Die Dampflock „Rusty“ wird dabei zunächst belächelt und möchte nicht mehr am Rennen teilnehmen. Doch plötzlich taucht der legendäre „Starlight Express“ auf und Rusty erkennt, worauf es im Leben wirklich ankommt. Die Musiker arbeiteten die unterschiedlichen Gefühlslagen in dem Stück sehr sauber und emotional heraus.
Rockig ging das Konzert dann zu Ende. Wer kennt sie nicht, die Ohrwürmer aus den 80ern „Africa“, „Rosanna“, oder „Hold The Line“, der US-amerikanischen Rockband „TOTO“. Das von Klaas von der Woude für Blasorchester arrangierte Werk „Total Toto“ mit diesen Klassikern sind zeitlose Hits und kommen bei Jung und Alt gleichermaßen an. Hier waren vor allen die Schlagzeuger gefordert, welche den Hits authentische Rhythmen verliehen.
Das hellauf begeisterte Publikum entließ das Orchester natürlich nicht ohne Zugaben. Was gibt es da Schöneres, als zwei Märsche zum Abschluss zum Entspannen? „Kaiserin Sissi“ von den Egerländer Rebellen, arr. von Timo Dellweg und der Konzertmarsch „Sympatria“ von Thomas Asanger beendeten ein wieder einmal überaus erfolgreiches und auch von der Stückauswahl her äußerst ansprechendes Konzerterlebnis und Highlight, sowohl für die zahlreichen Zuhörer als auch für die Orchestermitglieder. Vom Chefdirigenten gab es, wie in jedem Jahr, die obligatorische Rose als Dankeschön für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Akteuren. Damit das Dirigentenquintett die Musiker nicht vergisst, erhielt es von ihnen je ein Memoryspiel mit den Bildern der Musiker, was bei mehr als fünfzig Kartenpaaren gar nicht so einfach zu spielen sein dürfte. Für die Musiker gab es den tosenden Applaus des Publikums und für die Moderatorinnen einen Blumendank.
Fotograf / Urheber Bilder:
Artur Lindner
Artur Lindner
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